
Die Nominee Liste, Nacht der Venus am 19. März - Hier zum Download
Seit heute ist die Liste der Venus-Nominees offiziell: 139 Arbeiten finden sich auf der Shortlist, deren Geheimnis in weniger als zwei Wochen gelüftet wird. In der Nacht der Venus am 19. März werden die Venus Gewinner in Gold und Silber gekürt.
Jurypräsident Eduard Böhler: “Die Jurys haben leidenschaftlicher diskutiert als je zuvor. Altbekannte Sichtweisen werden hinterfragt, innovative Zugänge wollen gedanklich erfasst und in ihrer Wertigkeit erst eingeordnet werden. Kommunikation ist im Umbruch, und an so Manches, was wir 2010 auszeichnen, wäre vor 5 Jahren noch nicht zu denken gewesen. Es wird eine Venus Nacht mit sehr spannenden Arbeiten.“
Dennoch wird es am 19. März keinen überbordenden Medaillenregen geben: „Defizite in einzelnen Bereichen wollten die Jurys auch sichtbar machen, und so gibt es trotz hohem Gesamtniveau wieder eine Reihe an Kategorien ohne Gold. Das schwierige Jahr hat also nicht nur Kreativität freigesetzt, sondern manchmal auch schlicht zu einem Weniger an Möglichkeiten geführt. Besonders erfreulich dagegen die Nachwuchskategorien, da darf man sich auf Herausragendes freuen“ so Böhler abschließend.
Jurykommentare – Juryvorsitz:
Alexander Rudan (Öffentliche Anliegen, Creative Media):
„Traditionell eigentlich eine Bank, wenn es um herausragende Qualität geht, boten die Arbeiten aus den verschiedenen Kategorien „Öffentliche Anliegen“ heuer leider wenig wirklich Erfreuliches. Umso mehr dafür die vielen tollen Einreichungen in der Kategorie „Creative Media“, die man sich getrost als Beispiele dafür heran ziehen sollte, wie man mit einer guten Idee aus wenig sehr viel machen kann.“
Andreas Putz (Werbetext, Tageszeitungs-Anzeigen, Werbung im öffentl. Raum):
„Für den CCA, der sich ja als Förderer österreichischer Kreativität versteht, sind die sprachdominierten Kategorien Tageszeitungs-Anzeigen und Werbetext naturgemäß besonders wichtig. Und entgegen aller Prognosen vor etwa zehn Jahren, wir würden es bald ausschließlich mit brasilianisch-wortkargen Printmotiven zu tun haben, zeigt sich, dass die Sprache als wichtiger Bestandteil österreichischer Identität in der Werbung „alive and well" ist.
In der Kategorie „Werbung im öffentlichen Raum" war eine große Dynamik festzustellen: viele Einreichungen, Unternehmen aller Größenordnungen, faszinierende Ideen. Die Jury rang um eine präzise Definition dieser Kategorie, wie es überhaupt eine bereichernde, ernsthafte und ausführliche Debatte um einige essenzielle Fragen unseres Berufs gab. Schade, dass Sie da nicht dabei waren.“
Giovanni Corsaro (Foto, Illustration, Editorial):
„Grundsätzliches; Alle Juroren haben sich auf unseren Wunsch vom CCA sehr viel Zeit genommen bei den einzelnen Arbeiten zu beurteilen. Bei der Beurteilung wurde dieser Qualitätsstandard der Vergabe von Gold, Silber, Bronzne ebenfalls beibehalten. Das Schöne in meiner Jury, waren die hervorragenden Arbeiten in der Kategorie Illustration , wo man wirklich eine Aufbruchstimmung für das Neue spürt. Die Fotografie war durch Qualität und Vielzahl der Einreichungen knapp dahinter.
Bei Editorial Design hat sich meiner Meinung zum letzten Jahr nicht viel verändert, wo der gute Qualitätsstandard gleich geblieben ist.“
Alexander Zelmanovics
(Jury TV, Kino, Online Spots, Internationale Arbeiten):
„2009 war schwierig für die meisten in der Branche. Nicht, dass man einen Jurykommentar idealerweise so beginnen sollte. Aber anhand der eingereichten Arbeiten, sowohl was die Anzahl als auch die Qualität der Arbeiten in ihrer Gesamtheit betrifft, war zu fühlen, dass es tatsächlich schwierig war. 23 Einreichungen in der Kategorie TV, 12 in Kino, 12 Online Spots und 17 Internationale. Hatte man beim ersten Durchsehen der Kategorien TV und Kino noch massives Stirnrunzeln bemerken können, war am Ende des Tages doch noch etwas auf den letzten Bewertungsbögen geblieben, worauf man als österreichischer Werber durchaus stolz sein darf. Und die Hoffnung auf ein nächstes, besseres Jahr. Die Kategorie Online war uns allen ein wenig wenig erschienen. Die Möglichkeiten, und derer gibt es wie wir alle wissen wirklich viele, waren nicht ganz so genutzt worden, wie wir sie gerne genutzt gesehen hätten. Da gäb´s vielleicht noch ein bisschen was zu tun. Die Qualität der Internationalen Arbeiten hingegen war überraschend. Überraschend gut. 2009 war schwierig, aber mal ehrlich: wann war´s das letzte Mal leicht?“
Markus Zauner (Promotion/Verkausförderung und Direkt Werbung):
„Deutlich unterschiedliches Niveau bei den Kategorien Promotion und Direkt Werbung.
Die Jury war sich einig, dass das Niveau der eingereichten Arbeiten in der Kategorie Promotion/Verkaufsförderung trotz der hohen Zahl an Einreichungen erfrischend hoch war. Im Großen und Ganzen kann man von einer sehr harmonischen aber dennoch diskussionsfreudigen Zusammensetzung der einzelnen Juroren sprechen. Viele Diskussionen - keine Schlägereien - ein Ergebnis, das laut Meinung der Jury durchaus respektabel ist und Einigkeit zeigt.
Deutlich niedriger wurde das Niveau der Arbeiten in der Kategorie Direkt Webung gesehen. Das wirkt sich sowohl bei den Bucheintragungen als auch bei der Vergabe der Edelmetalle aus. Hier hätte man sich in einem krisengebeutelten Jahr, das sich vor allem auch auf die einzelnen Werbebudgets ausgewirkt hat, einen deutlicheren Ansturm der Ideen erwartet.“
Karin Kammlander (B2B, Magazin):
„Business to Business war heuer sehr schwach eingereicht und auch das Ergebnis war schwach. Nur eine Arbeit im Buch. Ob gerade hier Rückschlüsse auf die wirt. Lage 2009 zulässig sind? Die Jury meinte jedenfalls einhellig "B2B ist die Hoffnungskategorie 2010". Dies kann man in seiner Doppeldeutigkeit nur stehen lassen.
Magazinanzeigen – Print ist nach wie vor eine Königsdisziplin der Werber. Magazinanzeigen hatten eine fast durchgehend hohes Quaitätsniveau der Einreichungen, weshalb auch diverse Arbeiten im Buch sein und mehrere Statuen vergeben werden.“
Mag. Gerda Reichl-Schebesta
(Werbung in digitalen Medien, Websites, Eigenwerbung und Experiment):
„Wir hatten vier interessante Kategorien zu bewerten, die große Kreativität durch den Einsatz alles technisch Möglichen erlauben: Film, Ton, Musik, Animation, Interaktion vom bloßen Nachlesen, sooft und wann man will, bis zum aktiven Mitspielen in den digitalen Medien. Und ein "leichter" Auftraggeber bei Eigenwerbung und Experiment: man selbst. Eigentlich wunderbare Voraussetzungen – die aber nur in einer Handvoll Arbeiten ideal umgesetzt wurden. Das hat die Jury überrascht, in der Kategorie Experiment sogar enttäuscht: gerade im Krisenjahr hätten wir erhofft, dass die Kreativen neben dem sehr von Vorsicht geprägten Tagesgeschäft im Experiment ein Ventil für Ideen finden, die schließlich auch Auftraggebern wieder Lust und Mut machen. Wahrscheinlich waren wir aber alle zu sehr mit dem "Luft anhalten und
durchtauchen" beschäftigt. Die ausgezeichneten digitalen Arbeiten erfüllen alle ein Kriterium: sie sind so interessant gedacht und gemacht, dass man gerne reinklickt und Zeit damit verbringt. In der Kategorie Eigenwerbung sticht vor allem eine Idee mit großem Unterhaltungswert für die ganze Branche hervor - hier war das Votum
der Jury klar und einstimmig: neidlose Anerkennung!“
Sebastian Kainz (Radiospots, Musik & Sound Design, Integrierte Kampagnen):
„Bei „Radiospots“ war die Qualität der eingereichten Arbeiten durchgehend hoch, sodass eine große Anzahl an Spots ins Buch kommen wird und auch bei Edelmetall nicht gespart werden muss. „Musik & Sound Design“ war dagegen ganz, ganz dünn – hier würde sich die Mühe echt lohnen, das zeigt auch die heurige Gewinnerarbeit. „Integrierte Kampagnen“ wurden zwar viele eingereicht – integriert gedacht, waren davon aber die wenigsten. Oder sie waren schlicht und ergreifend nicht gut genug.“

